Öffnungszeiten ab 31. Mai

samstags 14 - 18 Uhr,

sonn- und feiertags 11 - 18 Uhr

Eintritt 5 € p.P.

 

 

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"Die vermutlich leckerste Kunstausstellung der Welt"

 

Selten sah man Besucher einer Kunstausstellung mit derart guter Laune, fröhlichem Lachen und Begeisterung von Dannen ziehen. Mit dem begeisterten Resumé: "Wir kommen bestimmt nochmal wieder!" 

Die Ausstellung "SweetNothingSweet" lockt mit einer genialen Mischung aus Kunst auf höchstem Niveau, Unterhaltung und Staunen - jede Menge gibt es zu entdecken. Und das nicht nur für jene, die kommen um die renommierten Künstler zu bestaunen, die sonst auf der ART Basel, ART Karlsruhe oder ART Miami zu sehen sind. Sondern auch all jene, die sich einfach nur faszinieren lassen wollen: Von "Selfie-Locations" wie dem "Candy-Land", dem "Knusperhäuschen" oder dem "Konsumtempel" zwischen riesigen Kaugummis in der, wie es ein Besucher formulierte, "vermutlich leckerste Kunstausstellung der Welt".

 

Denn es ist lecker im Schloss Untergröningen, es ist "sweet, bunt, überbordend....und gleichzeitig eben auch nicht: Bereits der Ausstellungstitel implementiert die Ambivalenz, die dem Begriff „sweet“ („süß“) innewohnt: Denn das süße Nichts birgt zahlreiche Polaritäten: Von Genuss zu Gesundheitsschädigung, von Verführung bis Sucht: Süß kann glücklich machen oder gefährlich werden. Kann Paradies sein oder Intensivstation, Adipositas oder Magersucht. Und "süß" kann gewaltig Eindruck machen: Muffins, Cupcakes, Torten und Gummibärchen auf Bildern, Fenstern gar, ein Haus aus Naschwerk, ein "Candy Land"...  Der heute unbegrenzte Zugang zu Süßem schuf wesentlich den modernen Menschen der heutigen Überflussgesellschaft: „Sweet“ ist das Lockmittel und zugleich das Lebensgefühl der aktuellen Generationen, die in unserer Gesellschaft mehr als genug haben: Überangebot, Überkonsum, das süße Nichtstun.

Wo läuft die Grenze zwischen "sweet" und "nothing sweet"? Wann wird aus Wohlstand Krankheit? Aus Überangebot Gefahr für den Fortbestand der Menschheit, der Natur, der Erde? Kuratorin Heidi Hahn trifft dabei voll den Nerv - aktueller könnte die Thematik einer Ausstellung nicht sein. Dabei beschreitet Heidi Hahn einen künstlerischen Diskurs konzeptuell wie ästhetisch durch mehrere Medien: Bildhauerei, Malerei, Szenerie, "Candyland" und "Konsumtempel" verschmelzen mit Skulpturen und Fotoarbeiten wie elektronenmikroskopischen "Karies-Fotos" zu einer Gesamtinstallation, die dem Besucher statt passivem (Zucker-)Konsum "aktive Kunst" bietet. Auf dass er - angelehnt an Antonine Artauds "Theater der Grausamkeit" - geläutert hervorgeht.

 

Herausragende Arbeiten unter den rund 200 Positionen von mehr als 40 Künstlerinnen und Künstlern sind die „Pralinen-Installationen“ des New Yorker Künstlers Peter Anton, die „Candy“-Landschaften des Londoner Fotografen Carl Warner, Kunst des New Yorkers Kevin Champeny, Arbeiten wie „dem Affen Zucker geben“ von Robert Matthes, „Honig“ von Mirko Schallenberg, leckere hyperrealistische Süßigkeiten von Günter Beier und Susanne Strefel, leckerste Muffins gemalt von Johannes Vetter, daneben Marc Taschowskys "Megaland", Werner Liebmanns "Schlaraffenland" und "Schokoladiges" von Daniel Wagenblast.

 

Jörg Dörings Arbeiten wie "Candy-Shop" korrelieren mit der "Konsumtempel-Arbeit" der "Wonderbras" mit dem Titel "All you need is love - so why do you keep shopping?" und den "Kaugummis" des Schweizers Markus Schwander. Ebenfalls aus der Schweiz: Adrian Lussis elektronenmikroskopische Karies-Aufnahmen, gefolgt von Jeroos "Dentist`s Delight".

 

Die Anorexia-Fotoarbeiten „Zweiunddreißig-Kilo“ der Berliner Künstlerin Ivonne Thein stehen im Gegensatz zu den üppigen "Amnesia" und "Tiger" von Rolf Ohst und einem modernen „Tiny-house“ aus Nippon-Puffreis und Mr. Tom-Erdnussriegeln von Jov T. Keisar. Die Materialien dazu stammen von Hosta-Werk für Schokolade-Spezialitäten GmbH & Co KG in Stimpfach; ebenso wie auch verschiedenste, teilweise historische Schoko-Formen für Schokoladentafeln, Weihnachtsmänner und Osterhäschen. Und Schokolade geht in weitere Dimensionen, wenn sie aus dem 3D- Drucker von "Chocolate³" kommt.

 

"Süß" bis niedlich bis Comic wird‘s bei Heike Köhler und Bettina Sellmann, bis hin zu Volker Rossenbach. Um dann mit Sara Horwaths "Bourleske" sowie Simone Fezers Arbeiten "La Reina" und "Through" noch eine Schippe drauf zu legen, ehe man sich Nina Joanna Bergolds "10 Frauen" gegenüber sieht. Und dem "süßen Nichts" von Krista Israel aus Glas, Silikon und ein wenig Gold an der entscheidenden Stelle, das genau deshalb den Titel "Qu'est ce que c'est" trägt. 

 

Wie gut sich Glas und Süßes vertragen, beweisen vor allem die Arbeiten von Julius Weiland, die ihr zweidimensionales Pendant in Luis Dilgers Grafikarbeiten und Julia Jansens "Spots" finden. Luftig, leicht und lecker leuchten sie auf ihren Podesten und mit den Objekten von Harald Schmitz-Schmelzer um die Wette. 

 

Leichtigkeit liegt auch in dem, womit sich Ferdinand Wehe beschäftigt: Vogelfedern, veredelt, ziehen sich an den Wänden entlang. 

Tausende Gummibärchen reihen sich zu Johannes Cordes Micky-Bildern, dazwischen Skulpturales von Stephan Hasslinger, die "Herzen" des Engländers Alastair Gibson, die "drei Grazien" von Birgit Dieker, oder "Cola Laura" des Australiers Joseph Marr: Eine Skulptur aus Zucker und Coca-Cola, die sogar probiert werden. Darf. Stopp: Durfte. In Corona-Zeiten sind solche Massen-Leckereien natürlich völlig undenkbar. Und auch hier trifft die Ausstellung aktuell mitten ins Schwarze: Der Besucher mag an dieser Stelle reflektieren, wie die letzten Monate sein Verhalten und den gesellschaftlichen Umgang völlig verwandelt haben.

 

Linda Trefflers Arbeit "Promised Land" findet sich im "Candyland" der Gruppe "Wonderbra`s" - der Raum, der das Zeug zur Kult-Selfie-Location hat. Und noch ein gewaltiger Hingucker lockt bereits vor dem Schloss: Riesige Zuckerstangen flankieren den Eingang. Doch was wie Zucker daherkommt, ist "Urban Knitting" - gestrickte Kunst in roter und weißer Wolle, für die sich die Strickgruppe der Landfrauen Untergröningen ins Zeug gelegt hat.

 

 Die Ausstellung „SweetNothingSweet“ wurde am 31. Mai fünf Wochen nach dem geplanten Termin eröffnet und zog von Anfang an bereits eine Rekordzahl an Besuchern auf das Schloss in Untergröningen. Coronabedingt hatte der Kunstverein KISS bei seiner nunmehr 20. Sommerausstellung auf eine klassische Vernissage und vorläufiges Zusatzprogramm verzichten müssen, dies wird jedoch sukzessive nachgeholt. (Siehe Rubrik VERANSTALTUNGEN 2020)

 

Führungen für Gruppen (bis max. 15 Personen) sind nach Anmeldung (07366 8218 oder info@kiss-untergroeningen.de) möglich.

 

Noch bis zum 27. September kann die Ausstellung jedes Wochenende und an Feiertagen besucht werden. Aktuell besteht noch eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht für alle Besucher, aber der süße Duft des Candylands steigt einem trotzdem schon von weitem in die Nase.

 

Im KISS-Café im Säulensaal und im Schlossinnenhof gibt es sonntags Süßes und Erfrischungen.

 

Öffnungszeiten: Sa 14 - 18 Uhr

                            So 11 - 18 Uhr 

                            Feiertag von 11 - 18 Uhr

Schloss Untergröningen, 73453 Abtsgmünd-Untergröningen

 

KünstlerInnen für "SweetNothingSweet"

 

Peter Anton, Fairfield, USA      www.peteranton.com

Günter Beier, Überlingen    http://www.guenterbeier.de/

Nina Joanna Bergold, Ludwigsburg    https://nina-joanna.de/

Kevin Champeny, New York, USA    www.kevinchampeny.com

Johannes Cordes, Meppen     http://www.das-atelier-cordes.de/

Benedikt Daschner, chokolade Ismaning    www.chocolate3.de  

Birgit Dieker, Berlin    www.birgit-dieker.de

Luis Dilger, Ravensburg   www.luisdilger.com

Jörg Döring, Düsseldorf  www.joerg-doering.de

Simone Fezer, Raven  https://www.instagram.com/simonefezer/

Alastair Gibson, Brackley, GB    www.carbonart45.com

Stephan Hasslinger, Freiburg    http://www.stephan-hasslinger.de/

Sara Horwath, Berlin    https://www.sara-h.com/

Krista Israel, Woudenberg, NL    http://www.krista-israel.com/

Julia Jansen, St. Augustin   http://www.julia-jansen.de/

Jeroo, Stuttgart   www.jeroo.de 

Jov T. Keisar, Ehningen   http://order.dreikeisarseiten.de/

Heike Köhler, Leinzell   www.heikekoehler.com

Werner Liebmann, Berlin  http://www.liebmann.de/

Adrian Lussi, Bern, CH  www.zahnkunstbilder.ch

Joseph Marr, Berlin/Melbourne, AUS  www.josephmarr.de

Robert Matthes, Essen  www.robert-matthes.de

Rolf Ohst, Lübeck  www.rolf-ohst.de

Volker Rossenbach, Habscheid  www.rossenbachart.com

Mirko Schallenberg, Berlin  www.mirko-schallenberg.de

Harald Schmitz-Schmelzer, Mühlheim  http://www.schmitz-schmelzer.de/

Markus Schwander, Basel  http://www.markusschwander.com/

Bettina Sellmann, Berlin  www.bettinasellmann.com

Susanne Strefel, Bramsche  www.susannestrefel.de

Strickgruppe der Landfrauen Untergröningen

Marc Taschowsky, Berlin  www.marc-taschowsky.de

Ivonne Thein, Berlin  www.ivonnethein.art

The Wonderbras, Portalegre/Abtsgmünd/Essingen

Linda Treffler, Düsseldorf  www.lemonbomb.de

Johannes Vetter, Aschaffenburg www.johannesvetter.com

Daniel Wagenblast, Stuttgart  http://www.danielwagenblast.de/

Carl Warner, London, GB   www.carlwarner.com

Ferdinand Wehe, Berlin/Brüssel, B   www.ferdinandwehe.com

Julius Weiland, Berlin  www.juliusweiland.com

 

31. Mai - 27. September 2020

Sa 14 - 18 Uhr, So + Feiertag 11 - 18 Uhr

Eintritt 5 € p.P.

 

Führungen für Gruppen (bis max. 15 Personen) sind nach Anmeldung (07366 8218

oder info@kiss-untergroeningen.de) möglich.