Öffnungszeiten

 

Sa 14 - 18 Uhr,

So + Feiertage 11 - 18 Uhr

 

 


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Vorläufig abgesagt - wird nachgeholt - neuer Termin wird bekanntgegeben

 

Es wird süß, im Schloss Untergröningen, es wird "sweet, bunt, lecker, überbordend.... oder auch nicht: Bereits der Ausstellungstitel der kommenden KISS-Ausstellung implementiert die Ambivalenz, die dem Begriff „sweet“ („süß“) innewohnt: Obwohl semantisch durchweg positiv belegt, ist das süße Nichts nicht wirklich "süß", sondern birgt zahlreiche Polaritäten und damit Widersprüche: Von Genuss zu Gesundheitsschädigung, von Verführung bis Sucht, von Dolce Vita bis Überflussgesellschaft: Süß kann glücklich machen oder gefährlich werden. Kann Paradies sein oder Intensivstation, Adipositas oder Magersucht. Kann zufrieden machen oder kariös. 

 

Und "süß" kann gewaltig Eindruck machen: Muffins, Cupcakes, Torten und Gummibärchen auf Bildern, Fenstern gar, ein Haus aus Naschwerk, ein "Candy Land"... lecker wird‘s allemal.
Dabei entsteht Zucker quasi aus dem Nichts: Als Nebenprodukt der Photosynthese, aus Sonnenlicht, Wasser und Co². Ein steter, nicht endender Vorgang in der Natur; und doch war Zucker viele tausend Jahre für den Menschen kostbar; Zucker wurde noch vor gut 100 Jahren wie ein wertvoller Schatz weggeschlossen und rationiert. Für Süßes und Süßigkeiten wurden und werden bis heute Menschen ausgebeutet.

Der inzwischen unbegrenzte Zugang zu Süßem lief parallel mit der Industrialisierung, danach der Digitalisierung und schuf wesentlich den modernen Menschen der heutigen Überflussgesellschaft: „Sweet“ ist das Lockmittel und zugleich das Lebensgefühl der aktuellen Generationen, die in unserer Gesellschaft mehr als genug haben: Überangebot, Überkonsum, das süße Nichtstun. 

Wo läuft die Grenze zwischen "sweet" und "nothing sweet"? Wann wird aus Wohlstand Krankheit? Aus Überangebot und Überkonsum Gefahr für den Fortbestand der Menschheit, der Natur, der Erde?
Kann man sich diesem bequemen Leben, dem Kreislauf entziehen, tatsächlich menschliche Ansprüche zurückschrauben, ressourcenschonend leben? Denn psychologisch betrachtet sinkt mit steigendem Überangebot der Zwang des Menschen, sich um sein Dasein zu bemühen; entsprechend unmöglich wird es dem Einzelnen, physisch wie psychisch, sein Leben zu meistern.

Dabei beschreitet Kuratorin Heidi Hahn einen künstlerischen Diskurs konzeptuell wie ästhetisch durch mehrere Medien: Bildhauerei, Malerei, Szenerie, Installationsräume von "Schlaraffenland" bis "Konsumtempel" verschmelzen mit Skulpturen und Fotoarbeiten wie elektronenmikroskopischen "Karies-Fotos" zu einer einzigen, raum- und zeitgreifenden Gesamtinstallation, die alle o.g. Facetten abdeckt und die dem Besucher statt passivem (Zucker-)Konsum "aktive Kunst" bietet. Auf dass er - entsprechend dem Aristotelischen Theater, aber auch angelehnt an Antonine Artauds "Theater der Grausamkeit" - geläutert hervorgeht.

 

Opulenz an vielen Orten und das zu Recht - schließlich ist die "SweetNothingSweet"- Ausstellung zugleich die 20. KISS-Sommerausstellung - ein Jubiläum, das Grund zum Feiern gibt. 

Herausragende Arbeiten sind die „Pralinen-Installationen“ des New Yorker Künstlers Peter Anton, die „Candy“-Landschaften des Londoner Fotografen Carl Warner, Kunst des New Yorkers Kevin Champeny, Arbeiten wie „dem Affen Zucker geben“ von Robert Matthes, „Honig“ von Mirko Schallenberg, leckere hyperrealistische Süßigkeiten von Günter Beier und Susanne Strefel, leckerste Muffins gemalt von Johannes Vetter, daneben Marc Taschowskys "Megaland", Werner Liebmanns "Schlaraffenland" und "Schokoladiges" von Mirko Schallenberg und Daniel Wagenblast.


Jörg Dörings Arbeiten wie "Candy-Shop" korrelieren mit dem "Konsumtempel" der "Wonderbras" und „Wohlstandsmüll“:

Die Kaugummis des Schweizers Markus Schwander.

Ebenfalls aus der Schweiz: Adrian Lussis elektronenmikroskopische Karies-Aufnahmen, gefolgt von Jeroos "Dentist`s Delight".

Die Anorexia-Fotoarbeiten „32Kilo“ der Berliner Fotografin Ivonne Thein stehen im Gegensatz zu den üppigen "Amnesia" und "Tiger" von Rolf Ohst und dem "Knusperhaus 2.0" von Jov T. Keisar, einem modernen „Tiny-house“ aus Puffreis und Erdnussriegeln. Dreidimensionale Schokolade aus dem Drucker von "Chocolate³" wird konfrontiert mit industriellen Schokoformen der Schokoladenfabrik HOSTA oder handgearbeiteten Schoko-Faszinationen des Berthold Brecht Enkels Sebastian Brecht aus New York.

"Süß" bis niedlich bis comic wird‘s bei Heike Köhler und Bettina Sellmann, bis hin zu Volker Rossenbach. Um dann mit Sara Horwaths "Bourleske" sowie Simone Fezers Arbeiten "La Reina" und "Through" noch eine Schippe drauf zu legen, ehe man sich Nina Joanna Bergolds "10 Frauen" gegenüber sieht.

Und dem "süßen Nichts" von Krista Israel aus Glas, Silikon und ein wenig Gold an der entscheidenden Stelle, das genau deshalb den Titel "Qu'est ce que c'est" trägt.

Wie gut sich Glas und Süßes vertragen, beweisen vor allem die Arbeiten von Julius Weiland, die ihr zweidimensionales Pendant in Luis Dilgers Grafikarbeiten und Julia Jansens "Spots" finden. Luftig, leicht und lecker leuchten sie auf ihren Podesten und mit den Objekten von Harald Schmitz-Schmelzer um die Wette.

Leichtigkeit liegt auch in dem, womit sich Ferdinand Wehe beschäftigt: Vogelfedern, veredelt, ziehen sich an den Wänden entlang. Tausende Gummibärchen reihen sich zu Johannes Cordes Micky-Bildern, dazwischen Skulpturales von Stefan Hasslinger, die "Herzen" des Engländers Alistair Gibson, die "drei Grazien" von Birgit Dieker, oder "Cola Laura" des Australiers Joseph Marr: Eine Skulptur aus Zucker und Coca-Cola, die nicht nur betrachtet, sondern auch verkostet werden darf.

Linda Trefflers Arbeit "Promised Land" findet sich im "Schlaraffenland" der Gruppe "Wonderbras" - der Raum, der Aahs und Oohs produzieren will und das Zeug zur Kult-Selfie-Location hat. Und noch ein gewaltiger Hingucker lockt bereits vor dem Schloss: Riesige Zuckerstangen flankieren den Eingang. Doch was wie Zucker daherkommt, ist gestrickte Kunst in rot und weißer Wolle, für die sich die Strickgruppe der Landfrauen Untergröningen ins Zeug gelegt hat.

 

Die Räumlichkeiten des Schlosses (rund 1.000 qm Ausstellungsfläche, 3 Stockwerke, 5 Flure, 22 Räume) machen es möglich, dass der Besucher separiert, zusammengeführt, in eine Welt (nicht nur) der Süßigkeiten entführt und mit immer neuen Aspekten konfrontiert wird.

Die Kombination aus Kunst und Installation, Betrachtung und Erleben lässt den Schlossbesuch zum ganz besonderen Erleben werden. Hier die Positionen von rund 40 nationalen wie internationalen Künstlerinnen und Künstlern, rund um alle möglichen (und unmöglichen) Facetten des Themas, dort das "Schlaraffenland" - ein Gesamtkunstwerk, und ebenso wie das "Knusperhaus 2.0" eine "Selfie-Location" vom Feinsten in der so mancher spontan das Handy zücken wird. Einmalig ist außerdem der "Mitmach-Bereich", in dem die Besucher selbst an einem Gesamtkunstwerk arbeiten können.

 

Damit nicht genug, finden zahlreiche Führungen und Workshops statt, z.B. zur Herstellung und Verarbeitung von Schokolade oder zum 3D-Schokoladen-Druck. Insbesondere für Schulklassen und Kinder gibt es ein zusätzliches Workshop - sowie Ferienprogramm-Angebot. 

Wer sich anschließend noch nicht trennen kann von all den "süßen" Eindrücken, auf den wartet im Erdgeschoss der "CandyShop".

Wieder haben zahlreiche Sponsoren und Spender zur Ausstellung beigetragen. Mit dabei auch die Schokoladenfabrik Hosta Schokoladenspezialitätem aus Stimpfach, die nicht nur die Ausstellung durch Schokoladenformen ergänzt, sondern zugleich Lieferant für die "Bauteile" des "Knusperhauses" ist. In Zusammenarbeit mit Hosta werden auch Schoko-Workshops abgehalten. 

Wie immer wurde die Ausstellung auch unterstützt vom Land Baden-Württemberg, dem Ostalbkreis, der KSK Ostalb, der Gemeinde Abtsgmünd sowie privaten Spendern. Die Schreinerei Riek aus Untergröningen hat zahlreiche Installationen vorgenommen, um das Schloss in eine faszinierende Ausstellungs-Welt zu verwandeln. Künstlerin Heike Köhler aus Leinzell hat das Logo entworfen. Weitere Sponsoren sind: Rommelag Untergröningen, Schwab-Design Aalen, Merz Freeform Technologies Aalen, Landesbank Baden-Württemberg, LBBW, ENBW ODR, Natursteinpark Funk- und Ehinger Abtsgmünd. 

Seit nunmehr 20 Jahren veranstaltet der Kunstverein KISS e.V. im Schloss Untergröningen jährlich den "Kunst- und Kultursommer". Gezeigt wird zeitgenössische Kunst, die durch das ganz besondere Ambiente des renovierten Schlosses und den ästhetischen Gegensatz von alt und neu ideal in den Fokus gerückt wird.

 

 

 

 

KünstlerInnen für "SweetNothingSweet"

 

Peter Anton, Fairfield, USA  www.peteranton.com

Günter Beier, Überlingen www.guenterbeier.de

Nina Joanna Bergold, Ludwigsburg nina-joanna.de

Sebastian Brecht, New York, USA www.ocdchocolate.com

Kevin Champeny, New York, USA  www.kevinchampeny.com 


Johannes Cordes, Meppen www.das-atelier-cordes.de

Benedikt Daschner, chocolate³, Ismaning  www.chocolate3.de

Birgit Dieker, Berlin www.birgit-dieker.de

Luis Dilger, Ravensburg  www.luisdilger.com

Jörg Döring, Düsseldorf  www.joerg-doering.de

Simone Fezer, Lüneburg www.instagram.com/simonefezer

Alastair Gibson, Brackley, GB  www.carbonart45.com

Stefan Hasslinger, Freiburg www.stephan-hasslinger.de

Sara Horwath, Berlin www.sara-h.com

Krista Israel, Woudenberg, NL www.krista-israel.com

Julia Jansen, St. Augustin www.julia-jansen.de

Jeroo, Stuttgart  www.jeroo.de

Jov T. Keisar, Ehningen www.order.dreikeisarseiten.de

Heike Köhler, Leinzell  www.heikekoehler.com

Werner Liebmann, Berlin www.liebmann.de

Adrian Lussi, Bern, CH  www.zahnkunstbilder.ch

Joseph Marr, Berlin/Melbourne, AUS  www.josephmarr.de

Robert Matthes, Essen  www.robert-matthes.de

Rolf Ohst, Lübeck  www.rolf-ohst.de

Volker Rossenbach, Habscheid www.rossenbachart.com

Mirko Schallenberg, Berlin  www.mirko-schallenberg.de

Harald Schmitz-Schmelzer, Mühlheim  www.schmitz-schmelzer.de

Markus Schwander, Basel www.markusschwander.com

Bettina Sellmann, Berlin  www.bettinasellmann.com

Susanne Strefel, Bramsche  www.susannestrefel.de

Strickgruppe der Landfrauen Untergröningen 

Marc Taschowsky, Berlin  www.marc-taschowsky.de

Ivonne Thein, Berlin  www.ivonnethein.art

The Wonderbras, Portalegre/Abtsgmünd/Essingen

Linda Treffler, Düsseldorf  www.lemonbomb.de

Johannes Vetter, Aschaffenburg www.johannesvetter.com

Daniel Wagenblast, Stuttgart www.danielwagenblast.de

Carl Warner, London, GB  www.carlwarner.com

Ferdinand Wehe, Berlin/Brüssel, B  www.ferdinandwehe.com

Julius Weiland, Berlin  www.juliusweiland.com

 

 

 

Ausstellung "SweetNothingSweet", Schloss Untergröningen Kunstverein KISS e.V. 

Öffnungszeiten:
 

Sa 14 - 18 Uhr, So + Feiertage 11 - 18 Uhr

Schloss, 73453 Abtsgmünd-Untergröningen 

Infos zu Begleitveranstaltungen: www.kiss-untergroeningen.de

Anmeldung für Gruppenführungen (8 EUR p.P): 07366 8218 oder info@kiss-untergroeningen.de